LiFePO4 150Ah oder 200Ah im Wohnmobil? Vergleich

Wer seine AGM- oder Gel-Batterie im Wohnmobil durch eine LiFePO4-Batterie ersetzen möchte, steht häufig vor der Frage:

Reichen 150Ah oder sollte ich gleich eine 200Ah LiFePO4-Batterie einbauen?

Die größere Batterie ist nicht automatisch die bessere Wahl. Entscheidend sind der tatsächliche Stromverbrauch, die gewünschte Autarkie, die vorhandene Solaranlage, der Ladebooster und natürlich der verfügbare Einbauplatz.

In diesem Ratgeber zeigen wir, wann 150Ah LiFePO4 vollkommen ausreichen und wann sich 200Ah LiFePO4 im Wohnmobil lohnen.

150Ah oder 200Ah – wie viel Energie steht zur Verfügung?

Bei einer LiFePO4-Batterie mit 12,8V ergibt sich rechnerisch:

150Ah × 12,8V = 1.920Wh

Bei 200Ah sind es:

200Ah × 12,8V = 2.560Wh

Die 200Ah-Batterie bietet damit rund 640Wh beziehungsweise 33 % mehr Energie als eine 150Ah-Batterie.

Das klingt zunächst eindeutig. In der Praxis bedeutet mehr Kapazität aber nicht automatisch, dass man sie auch benötigt.

Wann reichen 150Ah LiFePO4 im Wohnmobil?

Eine 150Ah LiFePO4-Batterie ist für viele Wohnmobile bereits eine sehr gute Größe.

Typische Verbraucher sind beispielsweise:

• LED-Beleuchtung
• Wasserpumpe
• Smartphone und Tablet
• Fernseher
• Router und Internet
• Steuergeräte und Bordelektronik
• Dieselheizung
• kleinere 230V-Verbraucher über einen Wechselrichter

Wer regelmäßig fährt oder seine Batterie über Solar nachlädt, benötigt häufig keine riesige Batteriekapazität.

Besonders interessant ist eine 150Ah-Batterie auch dann, wenn sie eine vorhandene AGM-Batterie ersetzen und in den bestehenden Batterieplatz passen soll.

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Wann sind 200Ah LiFePO4 sinnvoll?

Wer längere Zeit autark stehen möchte oder einen höheren täglichen Energieverbrauch hat, profitiert stärker von den zusätzlichen 50Ah.

200Ah LiFePO4 sind beispielsweise interessant bei:

• häufigem Freistehen
• längeren Standzeiten ohne Landstrom
• größerem Wechselrichter
• Kaffeemaschine
• Föhn
• elektrischen Küchengeräten
• umfangreicher Bordelektronik
• höherem täglichen Stromverbrauch
• geringeren Solarerträgen im Winter

Gerade während der kalten Jahreszeit kann zusätzliche Batteriekapazität interessant werden. Die Solaranlage produziert häufig weniger Energie, während Heizung, Beleuchtung und andere Verbraucher länger in Betrieb sind.

Dann können die zusätzlichen 640Wh gegenüber einer 150Ah-Batterie eine wertvolle Reserve darstellen.

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150Ah vs. 200Ah – ein einfaches Beispiel

Angenommen, das Wohnmobil verbraucht innerhalb von 24 Stunden ungefähr 800Wh.

Eine 150Ah-LiFePO4-Batterie besitzt rechnerisch:

1.920Wh

Eine 200Ah-LiFePO4-Batterie besitzt:

2.560Wh

Mit 200Ah stehen also deutlich größere Reserven zur Verfügung.

Allerdings sollte man daraus keine feste Anzahl an Autarkietagen ableiten. In der Praxis beeinflussen unter anderem Solarertrag, Fahrzeiten, Ladebooster, Außentemperatur, Wechselrichterverluste und das persönliche Nutzungsverhalten die Energiebilanz.

Brauche ich bei einem 2000W-Wechselrichter automatisch 200Ah?

Nein.

Ein häufiger Irrtum lautet:

„Ich habe einen 2000W-Wechselrichter, deshalb brauche ich eine 200Ah-Batterie.“

Entscheidend ist nicht nur die maximale Leistung eines Verbrauchers, sondern vor allem, wie lange er betrieben wird.

Eine Kaffeemaschine benötigt beispielsweise kurzfristig eine hohe Leistung, läuft aber nur wenige Minuten.

Ein Gerät mit lediglich 50W, das zehn Stunden läuft, benötigt dagegen:

50W × 10h = 500Wh

Deshalb sollte die benötigte Batteriekapazität nicht allein anhand der Wattzahl des Wechselrichters bestimmt werden.

Wichtiger ist der gesamte Energieverbrauch innerhalb von 24 Stunden.

Solar oder größere Batterie?

Auch eine 200Ah-Batterie ist irgendwann leer, wenn keine Energie nachgeladen wird.

Wer lange autark stehen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf möglichst viel Batteriekapazität setzen. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wie die verbrauchte Energie wieder in die Batterie gelangt.

Typischerweise geschieht das im Wohnmobil über:

Solarmodule → Solarladeregler → LiFePO4-Batterie

und während der Fahrt über:

Lichtmaschine → Ladebooster → LiFePO4-Batterie

Ein gut abgestimmtes Ladesystem kann deshalb wichtiger sein als einfach nur eine möglichst große Batterie einzubauen.

AGM 150Ah gegen LiFePO4 150Ah tauschen?

150Ah AGM und 150Ah LiFePO4 bedeuten im praktischen Betrieb nicht dasselbe.

Bei einer AGM-Batterie wird normalerweise nicht die gesamte Nennkapazität regelmäßig genutzt, wenn eine möglichst lange Lebensdauer erreicht werden soll.

Bei LiFePO4 steht dagegen ein deutlich größerer Anteil der vorhandenen Kapazität praktisch zur Verfügung.

Deshalb kann bereits eine 150Ah LiFePO4-Batterie ein erhebliches Upgrade gegenüber einer 150Ah AGM-Batterie darstellen.

Hinzu kommen je nach Batteriesystem Vorteile wie hohe Zyklenfestigkeit, hohe Lade- und Entladeströme, geringeres Gewicht und die Überwachung wichtiger Batteriedaten über das BMS.

150Ah oder 200Ah – welche Größe passt zu mir?

150Ah LiFePO4 passen häufig gut, wenn ein normaler Stromverbrauch vorhanden ist, regelmäßig gefahren wird, Solar zur Verfügung steht und eine kompakte Lösung für das Wohnmobil gewünscht ist.

200Ah LiFePO4 sind besonders interessant, wenn häufiger mehrere Tage frei gestanden wird, ein höherer täglicher Energieverbrauch vorhanden ist oder einfach größere Reserven gewünscht sind.

Wer sich nicht sicher ist, sollte zunächst den ungefähren Stromverbrauch über 24 Stunden in Wh ermitteln.

Damit lässt sich wesentlich besser beurteilen, ob 150Ah ausreichen oder die zusätzlichen 50Ah einer 200Ah-Batterie sinnvoll sind.

Fazit: 150Ah reichen häufig – 200Ah bieten mehr Reserve

Für viele Wohnmobile sind 150Ah LiFePO4 vollkommen ausreichend. Besonders zusammen mit einer vernünftig dimensionierten Solaranlage und einem Ladebooster lässt sich damit bereits eine hohe Autarkie erreichen.

Wer dagegen regelmäßig frei steht, einen höheren Energiebedarf hat oder auch bei schlechten Solarbedingungen größere Reserven möchte, profitiert von 200Ah LiFePO4.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Welche Batterie ist größer?“

Sondern:

„Wie viel Energie verbrauche ich pro Tag und wie schnell kann ich diese Energie wieder nachladen?“